Wednesday, 15. february 2012 3 15 /02 /Feb. /2012 11:10

Ein Artikel der Financial Times Deutschland zeigt, dass zu den meistgehandelten Staatsanleihen an der EUWAX, griechische Bonds gehören, und das schon seit geraumer Zeit. Die Stuttgarter Börse wiederum ist vor allem ein Tummelplatz für Kleinanleger also Retailkunden.

Wenn das Szenario eintritt, dass die EU Griechenland weiter mit Geld versorgt, und es zu keinem verpflichtenden Schuldenschnitt für private Gläubiger kommen sollte, sind aktuell bis zum 20. März 2012 mit Griechenbonds - also in kürzester Zeit - 150% und mehr Rendite möglich. Zu diesem Stichtag müssen die Helenen nämlich fällige Staatstitel einlösen - also Kreditsumme plus Zinskupon an die Besitzer solcher Schuldscheine zurückzahlen.

Kommt es per Gesetzesänderung durch die griechische Regierung hingegen zu einem verpflichtenden Haircut bei Privatinvestoren, droht für die Besitzer der Bonds zwar nicht zwingend ein Verlust, aber das Potential der Wette ist womöglich ruiniert.

Allein die Aussicht auf das schnell gemachte Geld scheint jedoch bei einigen Leuten die Sicherungsdrähte durchbrennen zu lassen. Vielleicht wollen auch einfach nur ein paar anständige deutsche Bürger ihr nach Südeuropa transferiertes Steuergeld zurück in die Heimat umleiten. Intrepretationssache.

Während sich die Profis von den Ramschanleihen trennen, nehmen jedenfalls so einige Privatanleger das Heft in die eigene Hand und stehen Counterpart, also kaufen den Profis die "Wert - los -papiere" ab. Dieses Verhalten ähnelt der Suche nach dem "Big Trade", der auf einen Schlag - mit möglichst geringem Einsatz - den ultimativen Reichtum bringt.

Die Situation kann aber auch für Eigenwerbung ausgenutzt werden, so wie es die Bild Zeitung praktiziert hat. Die kaufte für 10k Euro griechische Anleihen und spendet dann einen möglichen Gewinn. Wenn es gut läuft, werden sie zum doppelten Wohltäter.

Nun gut - Hand aufs Zockerherz: Wenn der Erwartungswert dieser Wette einzuschätzen ist, und positiv ausgeht, ist es tatsächlich ein Versuch wert. Vorausgesetzt, diesem "Deal" wird nur ein Bruchteil des Risikokapitals zugewiesen. 

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Ingmar Folk interessiert sich bereits seit seiner Zeit in der Oberstufe eines Wirtschaftsgymnasiums für die volkswirtschaftichen Zusammenhänge. Das Interesse für die Börse war schon frühzeitig latent vorhanden. Richtig bewußt wurde es dem Autor aber erst, nachdem er im Jahr 1998 mehrere Tagessiege bei der damals erstmals veranstalteten WM-Börse zur Fußball-Weltmeisterschaft in Frankreich einfahren konnte. Seine ersten Echtgeld-"Trades" in Einzelaktien tätigte er aber erst einige Zeit später. Den Entschluß Profitrader zu werden, fällte er im Jahr 2004. Seit dem Jahr 2008 handelt er professionell als selbständiger Trader. Bei seinem Handelsansatz stehen die Eurex-Märkte im Vordergrund - allen voran der Bund-Future.


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