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Sunday, 15. january 2012 7 15 /01 /Jan. /2012 15:23

Dieser Tage las ich eine Aussage des Handelsblatt Chefredakteurs zum Thema Finanztransaktionssteuer. Herr Gabor Steingart, so sein Name, setzte dort die Transaktionssteuer mit der normalen Mehrwertsteuer gleich, um ihre Einführung zu rechtfertigen. Auch viele Politiker argumentieren ähnlich, weil sie wissen, dass die meisten Wähler sich nicht gut auskennen, oder selten nachhaken.

Zitat Steingart:

"Die Mehrwertsteuer, die wir klaglos auf alle Produkte von A wie Auto bis Z wie Zwieback zahlen, ist auch nichts anderes als eine Transaktionssteuer."

Anscheinend unterschätzt er, wie viele andere, was ein "lächerlicher" Steuersatz von min. 0,01 bis 0,1 Promille - auf sämtliche Finanzmarktprodukte pauschal angewendet - für die Investoren bedeutet.

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Image: jscreationzs / FreeDigitalPhotos.net

In allen Märkten steigert o.g. Steuersatz die direkten Handelskosten - in Form von Brokerkommissionen und Börsengebühren - um ein Vielfaches. Im Dax Future - je nach Indexstand - würde die Tax für einen Kontrakt um die 15 Euro betragen. Das ist in etwa zehnmal die Broker Kommission und fünfzigmal die Eurex Börsengebühr. Bei diesen Zahlen anzunehmen, dass sie keine großen Auswirkungen auf die "Bye Side" der wichtigen Märkte haben werden und lediglich den Hochfrequenzhandel eindämmen, ist schlicht und einfach - naiv.

Die Auswirkung niedriger Liquidität auf die Märkte konnte bis heute in zahlreichen Studien belegt werden. Die Kursveränderungen werden alles, aber nicht ruhiger. Alle Trader, die mal vor wichtigen News den Markt genau beobachtet haben, kennen das aus eigener Erfahrung.   

Nun zum eigentlichen Punkt. Im Unterschied zum normalen Verbraucher, der die Produkte zum Eigenkonsum kauft, treten Finanzmarktakteure in erster Linie als Händler und Liquiditätslieferanten auf, die unser Wirtschaftsystem mit Kapital versorgen. Handelsunternehmen aus der Realwirtschaft zahlen innerhalb eines Wirtschaftsraumes für den Austausch der Waren jedoch ebenso wenig eine Steuer, wie die Finanzindustrie beim Handel mit Wertpapieren. Die anfallende Umsatzsteuer wird - in Form der Mehrwertsteuer - 1:1 an den Endverbraucher weitergereicht und die angefallene Vorsteuer lässt sich der Handeltreibende vom Finanzamt zurückerstatten. Es entstehen also keine zusätzlichen Kosten für die Unternehmen, wenn sie Handel mit anderen treiben. Auch wenn im internationalen Handel Zölle durchaus als eine Art Transaktionssteuer angesehen werden können, werden sie skeptisch gesehen, weil sie den Handel erschweren und Wohlfartszuwächse behindern können. Aus diesem Grund verlieren sie kontinuierlich an Bedeutung.

Der Verbraucher kann einer Mehrwertsteuer nicht  entkommen, es besteht also weitestgehend "Chancengleichheit" - neigt aber dennoch dazu, sie hie und da durch Schwarzarbeit zu umgehen. Investoren neigen stattdessen dazu, Over the Counter zu gehen und ihre Geschäfte durch die Besteuerung ins Verborgene zu verlagern. Genau das Gegenteil wäre eigentlich wünschenswert. Professionelle Investoren lenken ihr Kapital dorthin, wo es sich netto am besten verzinst und das Risiko möglichst gering ist. Dies ist ganz sicher nicht da der Fall, wo die Kosten exorbitant hoch sind und die Marktbewegungen aufgrund Liquiditätsmangels unkalkulierbar werden.

Grade in der jetzigen Krisenphase ist Europa allerdings, mehr denn je, auf die Finanzinvestoren angewiesen und es sollte sich sehr gut überlegen, ihnen neue Hürden aufzustellen. Das Kapital ist wendig wie ein Hase, solange es woanders attraktivere Bedingungen vorfindet.

Hinzu kommt der negative Effekt auf das Wirtschaftswachstum als Ganzes. Selbst die EU- Kommission musste dieser Tage in einer Untersuchung zu den Auswirkungen der Transaktionssteuer zugeben, dass sie bis zu 1,7% BIP - Wachstum kosten wird. Deutschlands tolles Wachstum von 3% aus dem vergangenen Jahr, wäre damit halbiert. Wie das alles positiv mit dem gerade erst ausgerufenen Stabilitäts und Wachstumspakt für Europa korrelieren soll, bleibt Geheimnis der Politik.

Im Auftragsgeschäft mit Privatkunden werden die Institutionen dagegen alle zusätzlichen Kosten, welche der Transcation Tax geschuldet sind, an ihre Endkunden durchreichen. In diesem Fall ist es der kleine Privatanleger, Lebensversicherer und Rentenvorsorger. Damit ist klar, unterm Strich ist der Depp wieder der kleine Mann, auch wenn es auf den ersten Blick nicht so auszusehen scheint.

Lesenswert ist in diesem Zusammenhang ein Artikel zur Transaktionssteuer der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Hier wird sich dem strittigen Thema nüchtern, und emotional ausgeglichen genähert. Ein schönes Gegenstück zum sonst oft zelebrierten Populismus einiger Politiker und Zeitungsverlage (z.B. "Zocker-Steuer" Bild Zeitung).

Wie Medien Inhalte transportieren trägt entscheidend zur Meinungsbildung der Bürger bei. In meiner eigenen Tageszeitung stand wörtlich geschrieben:

"Jede einzelne Transaktion wird besteuert - nicht hoch - 0,1% auf Aktien/Anleihen und 0,01% für Derivate, also Wetten auf Kursentwicklungen. Macht bei einem Umsatz von 100 Euro einen oder zehn Cent."

Wenn das jemand liest, der mit der Sache nicht vertraut ist, ist es nur allzu verständlich, wenn er zu folgendem Schluß kommt: "Was beschweren sich diese Banker überhaupt, ich zahle allein für mein Nackensteak im Supermarkt eine Vielfach höhere Mehrwertsteuer." Das die meisten Finanzmarktakteure eine gänzlich andere Aufgabe im System haben, als Ottonormalverbraucher, fällt genauso unter den Tisch, wie der tatsächliche Einfluß der Steuer, auf die Kosten aller Handeltreibenden. Außerdem wird schön der Eindruck erweckt, Derivate seien reine Werkzeuge, um auf Kursentwicklungen zu wetten - also Zockerhokuspokus. Auch das ist Mainstream Geschreibe und kommt vor allem in Deutschland super an.

Wenigstens findet Erwähnung, dass sich Sarkozy bei der Einführung einer Börsensteuer in Frankreich im Jahr 2001  - damals unter dem Sozialisten Jospin - erzürnte, und sie als Absurdität abstempelte. Seit eine Umfrage der EU Kommission unter Bürgern in Frankreich und Deutschland verlauten lies, dort befürworten 80% der Wahlberechtigten eine solche FTS, konnte es Herrn Sarkozy plötzlich nicht mehr schnell genug gehen, sie einzuführen. Unsere Bundeskanzlerin schloß sich daraufhin seinem Vorstoß an, obwohl auch sie urpsrünglich eine skeptische Haltung zu diesem Thema einnahm - welch Überraschung.

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  • : Der Zufallseinstieg beim Trading. Was ist dran, kann er tatsächlich profitabel gehandelt werden? Ich habe den Praxistest gemacht. Nutzen sie meine Ergebnisse und verbessern damit ihr eigenes Trading. This Trading Blog notably is about "Trading with Random Entry". All details you can find at the "The Test" site. Enjoy!

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Ingmar Folk interessiert sich bereits seit seiner Zeit in der Oberstufe eines Wirtschaftsgymnasiums für die volkswirtschaftichen Zusammenhänge. Das Interesse für die Börse war schon frühzeitig latent vorhanden. Richtig bewußt wurde es dem Autor aber erst, nachdem er im Jahr 1998 mehrere Tagessiege bei der damals erstmals veranstalteten WM-Börse zur Fußball-Weltmeisterschaft in Frankreich einfahren konnte. Seine ersten Echtgeld-"Trades" in Einzelaktien tätigte er aber erst einige Zeit später. Den Entschluß Profitrader zu werden, fällte er im Jahr 2004. Seit dem Jahr 2008 handelt er professionell als selbständiger Trader. Bei seinem Handelsansatz stehen die Eurex-Märkte im Vordergrund - allen voran der Bund-Future.


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